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Ausschüsse
22.03.2019
Rechts- und Steuerausschuss


Gutscheinrichtlinie regelt Zeitpunkt der Besteuerung von Gutscheinen

Seit dem 01.01.2019 ist die EU-Gutscheinrichtlinie in Kraft ist. Sie regelt im Kern den Zeitpunkt der Besteuerung von ausgegebenen Gutscheinen für Waren und Dienstleistungen. Die Richtlinie unterscheidet zwischen einem Einzweck- und einem Mehrzweckgutschein. Je nach Gutscheinart ist der Zeitpunkt der Zahlung der Umsatzsteuer unterschiedlich.

Bei dem Einzweckgutschein ist der Bezug einer Ware bzw. die Dienstleistung eindeutig definiert. In diesem Fall ist die Umsatzsteuer bereits mit Ausgabe des Gutscheins zu erklären und zu entrichten. Beim Mehrzweckgutschein, bei dem der Bezug von Waren und Dienstleistungen nicht eindeutig definiert ist, ist die Umsatzsteuer erst mit der Einlösung des Gutscheins mit dem entsprechenden Mehrwertsteuersatz für die in Anspruch genommene Dienstleistung bzw. den erworbenen Artikel zu versteuern. Wird ein Mehrwertgutschein innerhalb der Geltungsdauer nicht in Anspruch genommen, wird keine Umsatzsteuer fällig. Gutscheine, die vor dem 31.12.2018 ausgegeben wurden, unterliegen nicht der Gutscheinrichtlinie. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK),Berlin, sammelt derzeit Fragestellungen, die mit dem Bundesfinanzministerium diskutiert werden sollen, um Klarheit in Zweifelsfragen herbeiführen zu können. Erwartet wird ein Anwendungsschreiben des Bundesministeriums für Finanzen. Dieses wird jedoch nicht vor Mitte 2019 veröffentlicht werden. Die Empfehlung des DIHK an die Unternehmen geht dahin, Gutscheine grundsätzlich als Mehrzweckgutschein auszustellen. Damit ist die Umsatzsteuer erst mit der Einlösung des Gutscheins und nicht schon bei Ausgabe des Gutscheins zu erklären und abzuführen.